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  • dvogel82

Neues Leben im Balkonkistchen


Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich beim Wohnung hüten die Blumen vor dem Wohnzimmerfenster giessen wollte und ein Tauben-Nest in einem der Blumenkistchen entdeckt habe. Am ersten Tag war ein Ei drin, am nächsten ein zweites. Es handelte sich um "Lachtauben" (Spilopelia senegalensis), eine sehr hübsche Taubenart, die deutlich kleiner ist als die "gewöhnlichen" Stadttauben, die wir auch in unseren Breitengraden kennen. Nach 18 Tagen schlüpften zwei Junge, die anfangs wie kleine Entchen aussahen. Zwölf Tage später wollte ich sie nochmal fotografieren aber bevor ich das Handy bereit hatte durfte ich zuschauen, wie sie ausgeflogen sind. Danach sind sie nicht mehr ins Nest zurückgekehrt.


(29.5.) Die Taubeneltern wechseln sich ab mit brüten, wobei offenbar das Weibchen den grösseren Teil übernimmt und das Männchen über Mittag und am Abend seine Partnerin ablöst. Tauben leben übrigens in einer lebenslangen monogamen Beziehung - bis dass der Tod sie scheidet.

(14.6.) Die Taubenmutter hat zuerst Angst, obwohl ich mich ganz langsam und vorsichtig genähert habe, beruhigt sich aber schnell wieder und "packt" ihre Kleinen unter ihre Fittiche.

(17.6.) Die jungen Täubchen sehen eher wie kleine Entlein aus... Die Kleinen werden mit sogenannter Kropfmilch gefüttert. Dieses fettige, proteinreiche Sekret der Kropfepithelien wird bei beiden Eltern unter dem Einfluss des (Still-) Hormons Prolaktin produziert, hochgewürgt und den Jungen verabreicht.

(22.6.) Die beiden wachsen schnell und werden nun immer öfter von den Eltern alleine im Nest gelassen, wobei immer ein Elternteil in der Nähe aufpasst.

(26.6.) Als ich die beiden Jungen nochmal fotografieren will, kann ich gerade dabei zuschauen, wie sie ausfliegen - ermutigt durch ihre Eltern, die auf der Terrassenmauer des Nachbarhauses sitzen und ihnen dann nachfliegen. So ähnlich wie auf den beiden Bildern aus dem Internet haben sie zu diesem Zeitpunkt ausgesehen.

Das war ein sehr schönes Erlebnis, der Entstehung und Entwicklung von neuem Tauben-Leben aus nächster Nähe zuschauen zu dürfen - die kleinen Wunder des Alltags, die wir leider so oft übersehen.



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